Derzeit reden alle übers Glück!

Da hat doch jeder etwas zu sagen – je nach Lebensphase und Herkunftsland. Vielleicht, weil Weihnachten gerade vorbei ist und die Flut der guten Wünsche abflaut – es normalisiert sich – das Glück!

Kommst du aus Syrien, bist du glücklich hier zu sein. Kommst du aus Österreich, bist du glücklich, einen Mann zu haben. Hast du einen Mann, bist du glücklich mit ihm Kinder zu haben. Hast du Kinder, bist du glücklich, wenn er dich dabei unterstützt. Unterstützt er dich, bist du glücklich, wenn er dich noch als Frau bergehrt. Begehrt er dich, bist du glücklich, wenn er nur dich begehrt und keine Andere. Begehrt er keine Andere, arbeitet er vielleicht zu viel. Arbeitet er viel, bekommt er viel Macht und Geld dafür. Hat er viel Geld und Macht, werden Frauen, die keinen Mann haben, auf ihn aufmerksam. Kostet er dieses Gefühl aus, wird es schwer für seine Frau, die seine Unterstützung braucht. Hat er eine starke Frau, ist er gerne der Starke für Andere, und die sind ja schon aufmerksam auf ihn, und so ein Mann: stark – reich – mächtig, kann sich dann ja leicht eine von diesen Bedürftigen aussuchen, wo er stark – reich – mächtig sein kann.

So ein Schmarren – ich wollte ja übers Glück schreiben, ganz romantisch, weil ja gerade Weihnachten war …. von wegen „Glück ist …“ oder „Manchmal ist Glück ein Moment der Stille“ oder halt so was, was nicht greifbar ist, man irgendwo schon gehört hat und sich schlagrahmartig um die Seele schmiegt und nach Bescheidenheit klingt. Glück ist laut Alan Wallace eine „Grundeinstellung des Geistes. Wenn der Geist ruhig und klar wird, kehrt er in seinen Urzustand zurück und dieser ist Glück.“ Sag ich’s doch! Genauso klingt eben die Definition von Glück! Darum versteht’s ja keiner!

Meine Definition von Glück ist anders: kurz und bündig, direkt, handgreiflich, nachvollziehbar. Glück ist für mich ein augenblicklicher Zustand meiner Seele, der sich ganzkörperlich auswirkt und mich in einen Zustand des schwerelosen, stummen Jauchzers der Zeitvergessenheit versetzt, mich versinken lässt in einen Jetztzustand, hell und warm und zuversichtlich ganz bei mir, unabhängig von Außen. Von Außen kommt der Auslöser – im Glückszustand bin ich ganz bei mir, dankbar über den Auslöser, der das vollbracht hat. Glück ist ein Zustand der besonderen Art, zeitlich limitiert.